Apollon

Martin Vogel

Apollon

Band 102 der Orpheus-Schriftenreihe, 299 Seiten, Ganzleinen, 38,00 €
ISBN 3-936626-02-2

Man hat sich daran gewöhnt und wundert sich nicht mehr: Mischwesen, halb Mensch halb Pferd – Esel – Maultier, bevölkerten die altgriechische Szene. Satyrn, Silene, Kentauren zuhauf. Und das nicht gerade in abgelegenen Bereichen: nach Aristoteles (poet. 4, 1449a9) entwickelten sich sowohl die Tragödie als auch die Komödie aus den Satyrnchören. Für die Altertumskunde waren sie also keine Randerscheinung. Auf den rotfigurigen Vasen sehen wir sie, als Maultier-hengste verkleidet, die Kithara schlagen.

Equidenmenschen hatten Equidengötter. Die Demeter, die der pferdegestaltige Poseidon Hip-p(i)os unter den Pferden des Onkos aufspürte und besprang, brachte das zauberschnelle Roß Areion zur Welt; und die Gorgo Medusa trug ihm den Pegasus aus, den dann die Musen vom Helikon in Pflege nahmen und damit zum „Dichterroß“ machten.

Von welcher Bedeutung das Pferd in Krieg und Frieden für die Menschheit war, ist uns unmittelbar einsichtig. Aber schon hundert Generationen vor dem Pferd war der Esel in der Hand des Menschen und revolutionierte die Wirtschaftsgeschichte. Als d a s Saumtier der Alten Welt ermöglichte er dem Schafhirten den Wechsel zwischen Sommer- und Winterweide und gab dem Welthandel eine neue Dimension. Eselkarawanen von zwei-, dreitausend Tieren durchzogen die Länder des Nahen Ostens. Der biblische Abraham, auf den sich die drei Abraham-Religionen zurückführen, war nach W. F. Albright ein donkey caravaneer.

Wie die Streitwagenherren und Reiterkrieger Pferdegötter hatten, so die „Eselleute“, die den Esel über die Alte Welt verbreiteten, Eselgötter. Einer von Ihnen ist Apollon. Den Titel „Apollon Onos“ (zu gr. ònos „Esel“) übernahm Vogel von A. H. Krappe, der bereits 1932 in der Zeitschrift „Classical Philology“ auf Apollons Nähe zum Esel hinwies.

Beim Apollonkult ist die Altertumskunde nicht so recht weitergekommen. Unklar sind insbesondere das Wesen des Gottes, die Herkunft des Gottes und der Name des Gottes. Martin Vogels Apollonbuch will hier einen Anstoß geben. Dabei ist der „Apollon Onos“ ein weiteres Teilstück zu dem größeren Thema einer „Kulturgeschichte des Esels, zu dem die folgenden Titel vorliegen:

Band 13/14, Onos Lyras. Der Esel mit der Leier, 2 Bände, 740 Seiten, 74,00 €
ISBN 3-922626-07-6
Band 25/26, Chiron, der Kentaur mit der Kithara, 2 Bände, 764 Seiten, 100,00 €
ISBN 3-922626-15-7
Band 94/95, Gorgo. Vom Urschrei zum Bardengesang, 2 Bände, 634 Seiten, 98,00 €
ISBN 3-922626-94-7
Band 97, Jahwes Aufstieg vom Eselgott zum Herrn der Welt, 535 Seiten, 60,00 €
ISBN 3-922626-97-1
Band 102, Apollon Onos, 299 Seiten, 38,00 €
ISBN 3-936626-02-2